
Werner Wilmes
Die Kamera als bester Freund
Foto oder Film – Eine Weltanschauung
Ein Buch, das tiefe Einblicke in der Welt der Fotografie und des Filmes gibt. Eine Suche nach Antworten, schließlich eine Welt im Umbruch und der Tsunami der künstlichen Intelligenz. Printversion 203 Seiten, Sachbuch A5, auch als ebook, Verfügbar bei vielen Anbietern
Der Adolph-Bermpohl-Orkan
23. Februar 1967
Am 23. Februar 1967 tobt Orkan „Xanthia“ über der Nordsee. Der niederländische Fischkutter „Burgemeester van Kampen“ funkt Mayday – acht Seemeilen nördlich von Helgoland. Drei Fischer kämpfen ums Überleben. Der Seenotrettungskreuzer Adolph Bermpohl, das modernste Schiff der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, läuft aus. Vormann Paul Denker und drei Männer nehmen Kurs auf den Kutter. Sie retten die Fischer. Dann herrscht Stille im Funk.Beide Borduhren blieben um 19 Uhr stehen.Sieben Männer starben in dieser Nacht – vier deutsche Seenotretter und drei niederländische Fischer. Insgesamt forderte der Orkan 80 Menschenleben. Man nannte ihn später den Adolph-Bermpohl-Orkan, weil das Schicksal der Retter, die selbst zu Opfern wurden, symbolisch für die Gewalt dieser Nacht steht.Werner Wilmes erzählt diese Geschichte aus einer persönlichen Perspektive. Als Zwölfjähriger hörte er zum ersten Mal von der Bermpohl – sein Vater, Musiker und Nordsee-Liebhaber, erzählte davon mit einer Erschütterung, die er nicht verbergen konnte. Der Satz „Die Nordsee verzeiht keinen Fehler. Und manchmal verzeiht sie nicht mal, wenn du alles richtig machst“ blieb ein Leben lang.Jahrzehnte später stand ein Graupner-Modell des Rettungskreuzers in Wilmes‘ Wohnzimmer in Berlin-Kladow – 1,21 Meter Erinnerung an eine Geschichte, die ihn nie losließ. Er machte Sportbootführerscheine, segelte 4.500 Seemeilen, fuhr bei Sturm über die Ostsee. Die See wurde Teil seines Lebens, ein Erbe seines Vaters.Diese Erzählung verbindet die historisch belegten Ereignisse jener Orkannacht mit den Schicksalen der Hinterbliebenen, mit seemännischen Überlegungen und mit der persönlichen Geschichte eines Mannes, der die Liebe zur See von seinem Vater geerbt hat. Sie fragt, was in Paul Denker vorging, als er entschied, in den Orkan hinauszufahren. Sie erzählt von Wilma, die zwei Jahre lang keinen Fisch aß. Und von dem zweijährigen Jakobus, der am Hafen von Termunterzijl fröhlich nach seinem Papa rief, der doch endlich zurückkommen sollte.Die Natur war gewaltiger als der Mensch, hieß es im Urteil der Seeamtsverhandlung. Aber die Erinnerung ist gewaltiger als die Natur. Denn die Natur vergisst. Wir nicht.Historische Fakten basieren auf den recherchierten Quellen: NDR, DGzRS-Magazin (Christian Stipeldey), Float Magazin sowie Wikipedia. Persönliche Schilderungen von Wilma Vos-Landman wurden auf Grundlage des Artikels von Christian Stipeldey in indirekter Rede wiedergegeben.
Verfügbar als ebook bei Amazon – Kindle