Thorup-Strand, Nördliches Jütland. Das stark befahrene Skagerak zwischen Nord- und Ostsee gilt als rauhes und oft stürmisches Seegebiet. Manchmal entstehen hier durch die Leewirkung der Norwegischen Gebirgslandschaft kleine überraschende Tiefs. Dann hat man schnell einen handfesten Sturm. Überall hat die industrielle Fischerei die traditionellen Fischer zurück gedrängt. Doch hier wollen das die Männer und Frauen von der Kooperative nicht hinnehmen. Aufgrund der Lage hin zur Nordsee ist der Bau eines Hafens hier nicht möglich. Thorup Strand ist einer der seltenen Küstenanlandungsplätze in Europa. Das ist auch als Video zu sehen: „Nördliches Jütland“ (22 Min) (siehe unten unter dem Beitrag)

 

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Die Fischer hier besitzen den Anlandeplatz gemeinsam. Mühsam und mit viel Initiative haben sie sich die Rechte zusammengekauft, auch gegen Widerstände der Dänischen Regierung und Europa. Geholfen haben Spenden. Diesen Ort gibt es so nur, weil Menschen für ihre Leidenschaft kämpfen können. Sie wollen naturfreundliches Fischen erhalten.

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Sie sagen: da draußen rasieren holländische Industriefischer mir ihren Baumtrawlern den Meeresboden, graben alles um. Eine schwere Umweltzerstörung.

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Die Thorup-Fischer setzen hier schonende und sanfte Techniken ein, mit geringem CO2 Verbrauch und mit wenig Beifang.

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Es ist ein Nachmittag im August. Es sind kaum Menschen hier, es herrscht eine ruhige Atmosphäre.

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Mitten in der Nacht um Viertel vor Drei ertönt das Geräusch des Trekker-Diesels. Die Fischer von Thorup Strand bereiten ihre Ausfahrt vor. In diesem Gebäude befindet sich der riesige Motor, der die Seilwinde antreibt.

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Es gehört sicher viel Idealismus und Leidenschaft dazu, auf diese alte und traditionelle Art die Fischerei zu betreiben.

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Das Windenhaus. Der Motor ist nigel-nagel-neu und hat 6500 PS. Die alte Winde mit den Installationen im Meer war über 50 Jahre alt und musste dringend saniert werden. Sie war für die Boote von heute nicht mehr sicher. Wer weiß, was es bedeutet, wenn Seile unter Spannung reißen, kann sich das vorstellen. Da sind bei Seeleuten schon mal Köpfe verloren gegangen. Aber die Kosten! Dank zahlreicher Spenden haben es die Fischer von Thorup Strand geschafft. Eine neue Winde ist gerade erst in Betrieb genommen worden. Das hat 6,3 Millonen Dänenkronen gekostet, das sind ca. 850.000 Euro.

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Ein sehr langes Stahlseil führt von hier zu einer fest fundamentierten Umlenkrolle im Meer.

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Sorgfältig und routiniert machen die Fischer ihre Boote klar.

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Der Trecker hat das Ende des Stahlseiles gebracht, nun ist es mit dem Kutter verbunden.

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Die Fischerei ist sicher keine pure Romantik. Doch die Leute lieben ihren Job.

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Der Motor läuft und der Propeller dreht frei. Die Boote sind sehr stabil gebaut, damit sie über den Sand gezogen werden können. Der Propeller ist von unten geschützt, damit er keine Grundberührung bekommt.

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Jeden Moment bedient der Mann an der Winde den Seilzug. Der kräftige Motor wird das Fischerboot ins Meer ziehen.

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Die Rümpfe der Boote sind unterschiedlich. In den älteren steckt jahrhunderte altes Wissen über den Klinkerbau. Die Boote sind so gebaut, dass sie harte Stöße überstehen und ohne Schaden auf den Strand gezogen werden können.

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Es wird ein langer Arbeitstag für die Leute an Bord.

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Heute herrscht ruhige See. Bei Sturmwarnung fahren die Fischer nicht hinaus. Sturmtiefs können hier am Skagerak ohne Vorwarnung aufziehen. Das Gebiet vor der Jammerbucht ist ein gefährliches Seegebiet.

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Es kratzt und knirscht, wenn das schwere Boot über den Sand rutscht.

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Wenn die Boote aufschwimmen, werden sie noch einige Meter weiter gezogen. Dann wird der Haken am Heck ausgeklinkt. Das Seil sinkt auf den Grund und der Kutter ist frei.

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Zwischen den dunklen Wolken kann man sie bereits erkennen. Die blaue Stunde hat begonnen.

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HM94 ist bereit zur Fahrt auf Seezunge und Scholle.

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Der Propeller dreht sich nun im Rückwärtsgang.

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Eine kurze Drehung und der Kutter macht schnell Fahrt.

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HM 94 nimmt nordwestlichen Kurs.

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Als nächstes Boot ist HM 84 an der Reihe. Am Horizont zeigt sich das erste Morgenrot.

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HM 84 ist ein typischer Klinkerbau. Der Fischkutter ist nun auch klar und der Trekker bringt das Seil.

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Das Boot rutscht nun in kleinen Zug-Abschnitten Richtung Wasserkante.

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Bald bleiben nur noch die Spuren im Sand.

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Die Sicht wird immer besser. Auf See werden die Fischer einen schönen Sonnenaufgang erleben.

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Man sieht es nicht, aber im Schiff wird schon konzentriert gearbeitet.

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Hinter dem Boot kann gerade so eben die Stelle erkennen, wo sich die Umlenkungrolle unter Wasser befindet. Dort sitzen bereits zwei Möwen.

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Der Schiffsführer wendet den Fischkutter mit dem Bug Richtung Nordsee.

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Ein leichter Dunst liegt in der Luft über dem Wasser an diesem frühen Augustmorgen.

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Ich schaue ihnen noch eine Weile hinterher. Ihre Position habe ich auf einer App und ich freue mich schon auf den Nachmittag, wenn sie wieder zurück kommen.

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Am Nachmittag: HM92 von See kommend nimmt Kurs auf Thorup Strand.

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Eine kurze Nick-Bewegung ist zu sehen in dem Moment, als das Boot auf Grund läuft.

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Die teure neue Winde wird jetzt beim Anlanden nicht gebraucht. Der Catarpillar kommt und macht den Job.

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Mit reichlich Kraft ausgestattet hat die Maschine keine Mühe, den Kutter auf den Sand zu ziehen.

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Es sind nur noch ein paar Meter bis das Boot an seiner Parkposition ist.

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Und dann wird der Fisch verkauft. Frisch, nachhaltig gefangen und an Menschen verteilt, die das zu schätzen wissen. Es war mir ein Anliegen, das zu zeigen.

Diese Szenen stammen alle aus meinen Video „Nördliches Jütland“ (Youtube – 22 Min.) https://youtu.be/VymXkxfq4wY

Mehr Fotos von den Thorup-Fischern findest du hier:

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