IV. 10k-Int. Villa de Santa Pola 2016

 

4. Juni 2016

10 Kilometer bei angenehmen Temperaturen

Nach meinem Übertraining 2014 und damit verbundenen muskulären Problemen habe ich es langsam angehen lassen und den Sport schleifen lassen. Nun bin ich wieder im Training.

Seit zwei Monaten trainiere ich wieder mit Plan. Wenn man auf die 62 zugeht, dann geht alles viel langsamer als früher. Der Ehrgeiz, bestimmte Zeiten zu erreichen, ist nach wie vor bestimmend. Inzwischen gehe ich solche Events wesentlich relaxter an. Vier Kilo Gewicht habe ich in der Zeit reduziert. Um wirklich wieder gute Zeiten laufen zu können, muss ich aber noch weniger auf die Waage bringen. Dafür nehme ich mir bis zum Herbst Zeit, vielleicht dann für einen Halbmarathon.

Vor zwei Jahren waren es hier in Santa Pola 31 Grad. Das war dieses Mal deutlich besser. Die 22 Grad zum Start um 21 Uhr kamen meiner momentanen Form sehr entgegen. Das Anfangstempo war zu schnell, was mir bewusst war. Ich wollte möglichst nahe an eine Ein-Stunden-Zeit kommen. Bei Kilometer 5 war ich noch nahe dran, aber mein Puls war deutlich zu hoch. Logisch, dass ich im anaeroben Bereich die 10 Kilometer so nicht durchlaufen konnte. Vernünftigerweise habe ich etwas Tempo heraus genommen. Nach der östlichen Wende bei Kilometer 7,5 ging der Rest dann wie von selbst, obwohl ich schon sehr erschöpft war und endlich froh, im Ziel zu sein.

1:03:20

Damit bin ich sehr zufrieden. Vor zwei Jahren war ich 9 Minuten schneller, allerdings auch zehn Kilo leichter. Nun werde ich locker über den Sommer trainieren und im September Gas geben für einen Halbmarathon.

Platz 1808, Veterano F Platz 20, Durchschnitt 6:20 / Km
 
 
Der Zielbereich am Castillo
Symphatische Damen geben mir meine Startunterlagen. Ich soll meine Maße für das Shirt angeben. Meine Antwort: "XL".
Hier soll es gleich losgehen. Noch ist Zeit zum Relaxen. Rechts steht das Führungsfahrzeug, dass ich bei allen meiner Läufe selten gesehen haben.
Eine Stunde vor dem Start. Die Anspannung steigt. Die Banane bringt noch etwas Power. Im Grunde bin ich dann immer introvertiert, ganz bei mir und mit Respekt vor dem, was ich mir da aufgebürdet habe. Ich frage mich: "Warum?" Zwei Stunden später bin ich total glücklich. Darum mache ich das. Echt, ich kenne nichts Geileres im Leben. Ich weiß nicht warum das so ist. Am Start und im Ziel habe ich immer das Gefühl, als wenn sich meine Schädeldecke hebt. Ich wüsste gerne mal von einem Mediziner, wie das passieren kann.
Die Band spielt "Route 66". Das ist es, was ich an diesen Wettbewerbsläufen so liebe.
Die Stimmung schaukelt sich regelrecht auf. Santa Pola ist total flach, darum laufe ich hier gerne. Aber nicht nur deshalb: Sie haben hier sehr gute Stimmung.
Spanien ist nicht so sehr das Land für Breitensport. Aber in Santa Pola, ebenso in Benidorm, fühle ich mich total wohl.
Nur noch wenige Minuten zum Start. In der Phase bin ich kaum noch ansprechbar.
Vor mir liegen 10 Kilometer Geschwindigkeits-Einteilung und achten auf meine Pulsfrequenz. Eine Stunde "powern".
Wenn es gut läuft: "Raus hauen, was geht! 10 Kilometer sind ja kein Hexenwerk."
Am Ende kämpft jeder! Ich bin gut gelaufen, an meinem momentanen Limit. Mein Puls war viel zu hoch, im Schnitt über 160. Das ist viel zu viel und im anaeroben Berich. Klar, dass ich ab Km 5 mein Tempo nicht mehr halten konnte, um die Stunde zu unterbieten. Mit Rücksicht auf meine Gesundheit habe ich in der zweiten Hälfte das Tempo leicht zurück genommen. So ging es gut ins Ziel: 1:03:20. Das ist echt nicht schlecht, nach nur zwei Monaten Training. Immerhin bin ich 62 und muss das vernünftig angehen, wenn ich im Herbst Halbmarathon laufen will.
Ok, keine Superzeit. Aber ich habe das momentan Maximale möglich gemacht.
Mehr wäre denkbar gewesen, wenn ich nicht so lebenslustig wäre, wie ich nun mal bin.
 



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