Berlin-Marathon 1989
 
 
Es hätte alles so schön werden können. Leicht bewölkt, manchmal sonnig und smarte 15 Grad, eigentlich ideale Bedingungen. Ich hatte gut trainiert und seit dem Hamburg-Marathon auch nicht nachgelassen. So hoffte ich sehr, die 3:30-Marke knacken zu können. Ein leichter Anflug von Erkältung, drei Tage vor dem Event, hatte mir jedoch Sorgen gemacht.
 
 
Am Start war alles vergessen. Die Stimmung rundherum war grandios. Es lief zunächst auch ganz prima, aber schon ab Kilometer 10 merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Zunehmend wurden meine Beine schwerer, obwohl ich meine Zeit gut halten konnte. Mehr und mehr wurde mir klar, dass in mir etwas steckte, das die Leistung beeinflusste. Ich hatte mich leicht erkältet, die Auswirkungen bekam ich nun zu spüren.

Bei der Wende am Südstern wurde ich zunehmend überholt, denn mein Tempo reduzierte sich. Eine alte Frau lief mit tippelnden Füßen an mir vorbei. Das frustet besonders, wenn man sich doch so ein großes Ziel vorgenommen hat. In der Gneisenaustraße wuchsen die Gedanken ans Aufgeben. Als ich den Mehringdamm passierte, bei km 21, und die U-Bahn-Station sah, entschied ich mich, aufzuhören.

Es war sicher eine kluge Entscheidung. Ich hätte meine Zielzeit nie erreicht und zudem meine Gesundheit riskiert. So bin ich also an diesem Tag nur einen Halbmarathon gelaufen. Na, ja, was heißt nur, ein besonderes Erlebnis und ein sportlicher Tag war es dennoch.
 
 
21.000 km in 1:56:00
Der Rest ging schneller - per U-Bahn !!!

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